Jakobsweg 2026 - die Ausrüstung

Hinweis: Die folgend genannten Artikel sind weder gesponsert noch betreibe ich Produkt-Werbung. Alle Ausrüstungsgegenstände wurden von mir käuflich erworben oder selbst gefertigt, auf Wanderungen erprobt und haben sich unter meinen Bedingungen bewährt. Die Erwähnung von Produktnamen dient lediglich der Information.

Rucksack

Nachdem sich der Damenrucksack für mich als unpassend erwies (siehe Rennsteig-Wanderung), stieß ich bei Recherchen nach ultraleichten Rucksäcken auf die Produkte von ZPacks. Ich entschied mich für den Arc Haul Ultra 50l. Er wiegt nur 600g und hat, im Gegensatz zu den meisten Ultraleicht-Rucksäcken, Tragegestell und Netzrücken, breite Schulterriemen und jeweils zwei Spannmöglichkeiten am Bauchgurt. Dadurch lässt sich dieser sehr gut an die Hüfte anpassen. Das Material, obwohl dünn und leicht, ist absolut wasserdicht. Die Nähte sind versiegelt. Man spart damit den Regenüberzug.
Um den Rucksack, der leider recht teuer ist, bei Nichteignung umgehend zurücksenden zu können, unternahm ich sofort mehrere kurze Wanderungen. Er erwies sich dabei komfortabel und stabil. Nach Wanderungen von fast 2000km zeigt er keinerlei Abnutzungserscheinungen oder Schäden.

Schlafsack/Quilt

Beim Schlafsack störte mich stets die Enge und, dass es entweder abends darin zu warm war oder morgens zu kalt. Ein Quilt löste beide Probleme. In kühlen Nächten wird er um die Isomatte herum gelegt und mit Riemchen fixiert. Bei mildem Wetter oder in Herbergen kann er wie eine Steppdecke benutzt werden. Als Seitenschläfer hat man ausreichend Platz. Da er keine Kapuze besitzt, ist eine Mütze notwendig. Nachdem ich zuerst einen Quilt mit synthetischer Füllung verwendete, hatte ich auf den Wanderungen zur Ostsee und ins Elbsandsteingebirge einen leichteren, dünnen Daunenquilt im Gepäck (Ember +7°C, Sea-to-Summit). Da er sich nur für milde Sommernächte eignet, werde ich jetzt den etwas wärmeren Ember -1°C (Sea-to-Summit) mit auf die Wanderschaft nehmen.

Isomatte

Die Schaumstoff-Isomatte habe ich nach einer Probenacht aussortiert, da sie für mich als Seitenschläfer zu hart war. Eine „selbstaufblasende“ Matte erwies sich als komfortabel und warm, aber schwer. Auf den langen Wanderungen zu Ostsee und Elbsandsteingebirge verwendete ich die NeoAir-Xlite. Sie war bequem, aber bedingt durch die querlaufenden Luftschläuche hatte ich ständig das Gefühl, herunterzurollen. Mittlerweile habe ich mir die Ether light XR (Sea-to-Summit) angeschafft und bin vom Liegekomfort beeindruckt. Die schmale Isomatte ist ausreichend, da sie seitlich vom Quilt umhüllt ist.

Biwaksack

Beim Camping in der windigen mongolischen Steppe habe ich auch in sturmsicheren Zelten Ängste ausgestanden. Schließlich wickelte ich mich mit Matte und Schlafsack nur in eine große Zeltplane. Da ich ausschließlich mit dem Auto unterwegs war, spielte das Gewicht keine Rolle. Als ich hier nach einem leichten und atmungsaktiven Material suchte, wurde mir im Geschäft von „Extremtextil“ ein Dreischicht-Laminat empfohlen. Es ist mit 30.000g/qm/24h (nach JIS L 1099 B-1) nicht nur extrem atmungsaktiv, sondern auch wasserdicht (20.000mm Wassersäule). Der Stoff ist leicht und hautfreundlich. Ich habe darin weder geschwitzt noch bin ich bei Regennächten nass geworden. Ich habe den Biwaksack statt mit Reißverschlüssen mit robusteren Klettbändern versehen.

Unterlage

Bei der Suche nach leichten Stoffen stieß ich auf Dyneema Composite Fabric (DCF), ein ultraleichtes Polyesterlaminat mit innenliegenden Fasern. Es wurde ursprünglich für den Segelsport entwickelt. Das von mir verwendete Material hat ein Gewicht von 19g/m². Es ist wasserdicht und reißfest, kann aber durch spitze Äste oder Dornen beschädigt werden.
Bei mir hat sich DCF dennoch als Unterlage auf allen Wanderungen bewährt. Ich habe mir daraus ebenfalls ein Tarp genäht. Bei einer Größe von 2,65m x 3,00m wiegt es (mit Spannschnüren) nur 260g. Ich habe es an den Ecken und Rändern mit Ösen versehen, in die ich zwei Zeltstangen stecken kann. So habe ich verschiedene Aufbauoptionen und kann es auf jeder Wiese aufstellen. Ich nehme Schnüre aus DCF, da sie an Dünne und Tragfähigkeit unübertrefflich sind.

Kopfkissen

Anfangs verwendete ich meine Daunenjacke, die ich gefaltet in einen Bezug steckte. Allerdings benötigte ich im Sommer keine Daunenjacke, die immerhin 300g wog. Ein aufblasbares Kopfkissen war mir unangenehm, zusammengefaltete Kleidung zu hart. Schließlich fand ich in einem Möbelgeschäft ein Kissen von nur 100g, was sich auch bei der geringen Größe von 20cm x 20cm als komfortabel erwies. Außerdem lege ich zusammengefaltet Hose und Fleecejacke unter das Kopfteil der Isomatte. So habe ich die Sachen morgens zum Anziehen griffbereit.

Schuhe

Mir erging es wie vielen anderen: Als Neuling wurden mir in einem Fachgeschäft knöchelhohe lederne Wanderschuhe verkauft. Zwar saßen sie bequem, aber belasteten jeden Fuß mit 650g Gewicht. Auf der ersten längeren Wanderung litt ich unter großen Blasen und war jeden Tag froh, wenn ich mich von den Schuhen befreien konnte. Als nächstes schaffte ich mir niedrige Wanderschuhe aus, wieder aus Leder. Damit lief ich besser. Völlig beschwerdefrei wanderte ich erst mit leichten Trailrunnern. Es empfiehlt sich, in einem Geschäft die Schuhe verschiedener Hersteller anzuprobieren, die sie unterschiedliche Passformen haben. Ich bin mit Salomon XA Pro 3D V9 glücklich. Schuhe ohne Gore-Tex Membran haben eine bessere Luftdurchlässigkeit. Sind sie nass geworden, trocknen sie innerhalb kurzer Zeit wieder. Fußbettsohlen sind für mich eine Notwendigkeit. Die kostspieligen Sohlen von Currex haben sich im Dauereinsatz bewährt. Sie halten mehr als 5000km durch.

Regenschutz

Nachdem sich eine teure Hardshell-Jacke im Dauerregen als undicht erwies, legte ich mir eine einfache, dünne Regenjacke zu. Ein Poncho ist unpraktisch, da ich ihn vor Beginn der Niederschläge anziehen muss. Ziehe ich ihn über die nassen Sachen, laufe ich darunter wie in einer Dampfsauna. Mir ist die leichte Regenjacke angenehmer. Sie hat ihre Zuverlässigkeit auf den vergangenen Wanderungen bewiesen. Zusätzlich habe ich mir einen Regenrock aus Dyneema genäht, den ich auch als Sitzunterlage verwende.

Kleidung

Hose, T-Shirt und Windjacke eines bekannten Sport-Discounters sind nach mehr als 2000km Wanderungen zwar etwas ausgeblichen, aber noch immer ohne Schäden. Ich werde sie weiterhin tragen. Das Hemd (Yeyity, ultraleicht) verwende ich sowohl als Wärme- wie als Sonnenschutz. Er erwies sich ebenfalls als langlebig. Während der Wanderung ziehe ich meist im Laufe des Vormittags Windjacke und Unterhemd aus und nehme die Hosenbeine ab; für den Abend sind T-Shirt und Fleece-Jacke da. Eine lange Unterhose ist ebenfalls im Gepäck. Die Sporthose trage ich, wenn ich die Wanderhose nach der Wäsche trocknet. Nachts ziehe ich Sporthose und Unterhemd an, wird es kühler, die lange Unterhose und das T-Shirt, bei Kälte zusätzlich Socken und die Fleece-Jacke.

Kochen

Da ich mir abends keine Suppen koche, sondern entweder kalt esse oder etwas aufbrühe, reicht mir ein kleiner Kocher zum Erhitzen einer Tasse Wasser. Die leichteste Lösung ist ein zweiteiliger runder Titan-Windschutz, in den ich meine Tasse stelle. Als Heizquelle dient eine Aluminiumdose von 5cm Durchmesser mit dem verkleinerten Carbonfilz des WiKa-Kochers und Brennspiritus. Eine leere Dose kann ebenfalls verwendet werden, erhöht aber die Brandgefahr, falls die Dose umfällt. Statt mit Brennspiritus kann eine leere Dose auch mit Primasprit gefüllt werden oder mit einem beliebigen Öl, wobei dann einen Docht benötigt wird (z.B. ein Stück Papiertaschentuch).
Cold-Soaking habe ich wieder durch Aufbrühen ersetzt und spare damit ein zusätzliches Gefäß ein, was mit eingeweichten Nahrungsmitteln 300g wog. Zum Aufbrühen (oder Einweichen) empfehle ich Buchweizen. Er hat einen hohen Proteingehalt und enthält die Vitamine B1, B2 und E und vor allem Magnesium. Als Abwechslung gibt es Couscous, Instant-Kartoffelbrei oder Haferflocken. Als Eiweißquelle empfehlen sich Thunfisch und Sardinen.
Ich habe ein Schneidebrettchen aus Sperrholz und ein leichtes Kochmesser sowie eine Schüssel im Gepäck. Häufig sammle ich am Übernachtungsort Blattgemüse, hacke es und reichere damit das Essen an.

Hygiene/Medizin

Kernseife dient als Reinigungsmittel für mich und die Kleidung. Sie ist ebenfalls ein wirksames Wund-Desinfektionsmittel. Bei Wasserknappheit benutze ich einen Waschlappen aus Microfaser. Als Handtuch leiste ich mir das große aber leichte Airlite Towel von Sea-to-Summit. Um nachts zum Toilettengang nicht aufstehen zu müssen, benutze ich eine Reise-Urinflasche (Uribag).
Als einzige Pflegecreme, auch für die Füße, verwende ich Nivea-Soft. Die 50g-Dose reicht eine Woche. Meine Notfall-Apotheke beinhaltet Aspirin, Ibuprofen, Herpessalbe, eine Minidose Tiger-Balm, Pflaster, eine elastische Binde, Leukotape, Nähzeug und Sicherheitsnadeln.

Technik

Zu Navigation, Kommunikation und Internetverbindung nutze ich das Smartphone. Im Gepäck sind Ladegerät, Kabel und zwei USB-Sticks zum Speichern von Daten und Fotos. Eine Powerbank ist nicht nötig, da der Akku des Telefons zwei Tage durchhält. Zum Hören von Musik und Hörbüchern benutze ich ein Paar einfache Mini-Schlafkopfhörer, die mir auch in Herbergen nützlich sein werden. Als Taschenlampe habe ich mich für die Fenix E18R V2.0 entschieden. Das ist keine Stirnlampe, ich kann sie aber an den Mützenschirm klemmen.

Umhängetasche

Eine Tasche von 15cm x 20cm dient beim Wandern zum Aufbewahren von Smartphone, Ladegerät mit Kabel, Mini-Taschenmesser, Sonnencreme, Vaseline, Snacks, Bargeld und eines selbstgenähten Einkaufsbeutels aus Silnylon. Um das Telefon vor Diebstahl und Herunterfallen zu schützen, ist es mit einer Schnur fixiert. Die Umhängetasche behalte ich stets bei mir, auch nachts.

Wanderstock

Als ich meine ersten Wanderungen vorbereitete, war mir klar, dass ich nicht mit Teleskopgeräten über die Wege stöckeln wollte. Es sollte ein traditioneller, hölzerner Wanderstab sein. Bald fand ich heraus, dass Wanderer sowohl mit langen, brusthohen Stöcke als auch mit kurzen unterwegs waren.
Mehrere Wochen erprobte ich lange und kurze Stöcke auf Tageswanderungen im Wechsel. Ich stellte fest, dass sie ein unterschiedliches Laufgefühl vermittelten. Der lange Stab ist ein solider Gehilfe an Berghängen und fühlt sich stets "schwer" an. Man ist damit auf einer langen, mühevollen Reise. Er wurde traditionell von Pilgern benutzt. Idealerweise ist das obere Ende leicht nach vorn abgewinkelt, damit das Handgelenk gerade bleibt und nicht ermüdet. Eine Schlaufe unterstützt zusätzlich.
Der kurze Stock vermittelt ein Gefühl von Leichtigkeit und Beschwingtheit. Er wurde von Handwerksburschen und Studenten benutzt, auch, als das Wandern sich mit der Aufklärung und der Romantik verbreitete. Dabei gibt ein kurzer Stock bei Auf- und Abstiegen ebenfalls eine gute Unterstützung. Auf flachen Strecken unterstützt er den Rhythmus der Schritte. Bei den Recherchen stieß ich bald auf den "Ziegenhainer", den traditionellen Wanderstab der Studenten. Er wurde aus Kornelkirsche gefertigt, deren Holz zäh ist und nahezu unzerbrechlich. Er diente auch zur Verteidigung und zum Duellieren.
Damals arbeitete ich für mehrere Jahre in Armenien, wo in den Naturwäldern des Kaukasus nicht nur Walnüsse, Birnen und Äpfel wuchsen, sondern auch Kornelkirschen. Bald fand ich einen geeigneten Stock und trocknete ihn vorsichtig. Als ich mit dem Schnitzeisen den leichten Drehwuchs verstärkte und den Knauf bearbeitete, ergab ein Asteinwuchs Auge und Kopf einer Schlange. Damit hatte ich meinen Pilgerstab gefunden (siehe: 2. Buch Mose, Kap. 4). Nun noch eine Lederschlaufe und eine Hartgummispitze, die ich in einem Sanitätshaus fand. Die Länge des Stocks sollte im übrigen nicht nur an die Körpergröße sondern auch an die Schrittlänge angepasst werden. Mein Stab ist etwa 8cm länger als die empfohlene Länge für Gehstöcke.
Dieser Stock begleitet mich seit sieben Jahren und ist mit mir mehr als 3000km gewandert.


Die komplette Liste als Download:

Jakobsweg 2026 - Ausrüstung

Die Vorbereitung